Malawibuntbarsche

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns zusätzlich zu den Tanganjikaseebuntbarschen auch mit
verschiedenen Malawibuntbarschen. Die Fische erfreuen viele Aquarienbesitzer durch ihre
knalligen und leuchtenden Farben, die manch unbedarften Betrachten an ein Salzwasseraqua-
rium erinnern. Zweifellos kann man mit einer gut zusammengestellten Gemeinschaft viele Be-
sucher ins Staunen versetzen.

Aulonocara marleri marleri, Männchen

Besonders viele Aulonocara-Arten haben ausgeprägte Farben, aber zum Leidwesen vieler sind
es nur die Männchen, die die beschriebenen Farben zeigen, die Weibchen sind meist grau.
Dies veranlasst manche Halter, nur Männchen in einem Schau-Aquarium zu halten, was auch
problemlos realisierbar ist, womit man aber auf interessante Verhaltensweisen wie zum Beispiel
die Vermehrung verzichten muss.

    Haltung

Für die natürlichere Haltung mit Weibchen und Männchen zusammen ist es von Vorteil, wenige
Männchen mit einer größeren Anzahl an Weibchen zu halten. Bei der Auswahl der Becken ist
es ähnlich wie bei den Tropheus beschrieben. Becken mit großer Grundfläche sind auch hier
von Vorteil.

Aulonocara stuartgranti Ngare

Bei der Vergesellschaftung einiger Arten ist auch zu beachten, dass sich beispielsweise Aulo-
nocara-Arten untereinander vermehren. Um die Arten rein zu halten sollte man keinesfalls Bas-
tarde erzüchten. Dies würde auch bei anderen Aquarianern wenig Zustimmung finden.

    Farbvarianten

Es gibt auch bei "Malawis" einige Geovarianten, allerdings nicht ganz so viele von einer Art wie
es bei den Tropheus vorkommt. Einige Varianten kommen auch nur im Aquarium vor. So kön-
nen Sie schnell jemanden entlarven, der Ihnen ein Wildfangtier vom Aulonocara jacobfreibergi
"Eureka" verkaufen möchte. Es mögen noch so prächtige Tiere sein, aber diese Farbvariante ist
eine durch gezielte Zucht im Aquarium zustande gekommen.

    Zucht und Aufzucht

Die Zucht der Malawisee-Buntbarsche ist vergleichsweise einfach wie die der Tanganjikasee-
Buntbarsche. Es handelt sich auch hier bei vielen um Maulbrüter, die aber etwas kleinere Jung-
fische aus dem Maul entlassen. Sie sind etwa einen Zentimeter groß, nehmen aber problemlos
Aufzuchtfutter wie frisch geschlüpfte Artemianauplien an.

Die Qualität der aufgezogenen Fischen läßt sich besonders bei Aulonocara-Arten gut erkennen.
Wachsen die Fische nicht gleichmäßig, zum Beispiel infolge von unzureichender Fütterung oder
schlechten Wassers, sind die Augen unverhältnismäßig groß im Vergleich zum Körper. Sollten
Sie einmal "Aulonocaras" sehen, die etwas größere Augen haben, ist es gut möglich, dass die
Fische schon älter sind, als man aus ihrer Größe schließen könnte. Das weitere Wachstum
solcher Fische ist erfahrungsgemäß schlecht, da das Wachstum im Jungalter besonders wert-
voll ist und schlecht nachgeholt werden kann.