Tanganjikaseebuntbarsche

An dieser Stelle soll besonders auf die Gattung Tropheus eingegangen werden.
Die Arten dieser Gattung kommen endemisch im Tanganjikasee vor.

Tropheus moorii Moliro

Besonders die Art Tropheus moorii zeichnet sich durch die vielen Geovarianten im gesamten
Tanganjikasee aus. "Geovariante" bedeutet, dass dieselbe Art (z.B. Tropheus moorii) an ver-
schiedenen Fundorten im Tanganjikasee teilweise sehr unterschiedlich gefärbt ist. Die unter-
schiedlichen Geovarianten werden mit dem Zusatz des Fundortes im Namen gekennzeichnet.
So kommt also Tropheus moorii "Ikola" beim Ort Ikola in Tansania an der Ostküste des
Tanganjikasees vor.

    Futter

Die Tropheus-Cichliden sind Aufwuchsfresser, daher dürfen sie nicht ausschließlich mit tieri-
scher Nahrung ernährt werden. Als Aufwuchsfresser werden Fische bezeichnet, die in der Natur
den Algenaufwuchs von Steinen "abgrasen". Die zwischen diesem Algenrasen lebenden Klein-
krebse werden dabei mitgefressen. Bei uns hat sich als Futter ein Markenflockenfutter mit ho-
hem Pflanzenanteil bewährt, als Abwechslung füttern wir Cyclops.

Übrigens: Wildfänge erkennt man oft an einem stark ausgeprägten, unterständigen Maul infolge
der Fressgewohnheiten in der Natur.

    Haltung

Da Tropheus Gruppentiere sind, sollte die Haltung im Aquarium auch in einer Gruppe erfolgen.
Die Tiere haben ein ausgeprägtes Gruppenverhalten mit festen Rollen der Tiere in der Gruppe.
Es wird vermutet, dass sich die Fische in einer Gruppe genau kennen und eine feste Gemein-
schaft bilden.

Für die Haltung im Aquarium ist hauptsächlich die große Grundfläche entscheidend. Als Was-
servolumen sollte die Faustregel gelten: mindestens 10 Liter Wasser pro Tropheus.

Öfters kommt die Frage auf, ob man verschiedene Tropheus-Geovarianten miteinander verge-
sellschaftet werden können oder auch eine Tropheus-Gruppe mit Malawibuntbarschen.

Zur ersten Frage ist zu sagen, dass verschiedene Tropheus-Geovarianten natürlich zur einer
Gruppe vergesellschaftet werden können. Man sollte dabei aber nur darauf achten, dass man
möglichst unterschiedlich gefärbte Geovarianten vergesellschaftet (Regenbogenvariante, mit
zum Beispiel "Ikola"), da sich diese nicht untereinander vermehren, um Bastarde zu vermeiden.

Tropheus und Malawiseebuntbarsche können auch problemlos vergesellschaftet werden und
man kann interessante Lebensgemeinschaften und Farbzusammenstellungen schaffen.

    Zucht

Die Vermehrung bei einer gut eingewöhnten Gruppe ist sehr leicht. Die Tiere sind Maulbrüter,
die ihre Jungen etwa vier Wochen im Maul tragen und dann in einer Größe von ca. 1,5 cm aus
dem Maul entlassen. Den Jungen wird nicht nachgestellt, so dass die Jungfische neben der
Elterngruppe aufwachsen können und später in die Gruppe integriert werden.