Zucht- und Aufzucht-Tipps
Bei der Auswahl unserer Zuchtfische, und natürlich auch unserer Nachzuchten achten wir auf
gesundheitlich und konditionell sowie farblich einwandfreie Tiere, denn nur so kann man die
Arten naturgetreu und qualitativ hochwertig nachziehen. Auch die Aufzucht der Jungfische spielt
eine wichtige Rolle, um geeignete Tiere für weitere Zuchtversuche zu erhalten.
Beispielsweise brauchen die Jungfische Futter, welches auf ihr Alter und ihre Größe abgestimmt
ist. Dies wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass auch bei Menschen die Kinder eine an-
dere Ernährung als Erwachsene brauchen.
Ebenso ist sauberes Wasser von großer Bedeutung, da Schadstoffe das Wachstum der Fisch
hemmen. Um das ideale Wachstum der Fisch zu erzielen, müssen alle Faktoren über die ge-
samte Aufzucht hinweg kontrolliert sein und es erfordert viel Erfahrung, Jungfische zu "anstän-
digen" Fischen heranzuziehen. Gleichzeitig erfordert es ein gutes Auge, "wirklich gute Fische"
zu erkennen.
Hier habe ich ein vereinfachtes Diagramm erstellt, das verdeutlichen soll, wie wichtig es ist, alle
Faktoren gewissenhaft zu behandeln. Als Faktoren sind hier nur das Futter und die Wasserqualität
aufgeführt. Natürlich sind dies nicht alle Faktoren, dazu aber später. Auch sind die Aufgeführen
eher als Oberbegriffe zu betrachten, in Wirklichkeit muß man noch viel mehr ins Detail gehen. Es
reicht nicht, einfach zu sagen, daß das Wasser dreckig ist, viel wichtiger ist die Frage:
Wodurch ist es dreckig?
Aber zunächst zurück zum Diagramm. Das Futter ist zu 100% vorhanden, allerdings ist die Wasser-
qualität nur bei 85% (Falls sie denken, daß die Balken kurz unter diesen Werten liegen, denken sie
daran, daß es eine dreidimensionale Darstellung ist.). Die Wasserqualität ist somit der limitierende
Faktor; so zu sagen der Flaschenhals der Aufzucht. Die hohe prozentuale Zahl des Futters kann das
Defizit der Wasserqualität nicht ausgleichen und die Fische erreichen nicht ihr optimales Wachstum.
Die Frage, welche Faktoren denn alle am Wachstum beteiligt sind, ist so leicht nicht zu beantworten.
Mit Sicherheit kommt es auf die ausreichende Menge an Futter an, jedoch ist auch hier wie so oft zu
viel nicht gut, da sich dies schlecht auf die Wasserqualität auswirkt und die Fische sich auch überfres-
sen könnten. Die Futterqualität spielt eine weitere tragenden Rolle. Die Futterart muß auf die Fische ab-
gestimmt sein und qualitativ hochwertig sein. Hierzu geben die Nährwertangaben und Inhaltsstoffe des
Futters Aufschluß.
Die Wasserqualität ist eine weitere Größe in der Fischhaltung, -Zucht und -Aufzucht. Es erfordert sehr
viel mehr Aufwand, als das Füttern. Es gibt verschiedene Stoffe im Wasser, die das Wachstum hemmen.
Neben der direkten Abfallstoffen der Fische in Form von Ammoniak und die Stoffe, die bei der Umwand-
lung von Ammoniak entstehen und letzendlich zu Nitrat werden, gibt es noch andere, artspezifische
Stoffe. Dazu habe ich mal einen Bericht gelesen, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, wo und von
wem. Danach sondert jede Fischart einen spezielle, artspezifische Stoff ab, der sich auch nur wachstums-
hemmend auf dieselbe Art auswirkt.
Fazit aus dieser Erkenntnis ist, lieber Jungfische verschiedener Arten in einem Aquarium groß zu ziehen,
als von einer Art viele. Dadurch können die artspezifischen Absonderungen reduziert und ein besseres
Wachstum erreicht werden.